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Schlafstörungen (Insomnie)

Frau wacht morgens erholt auf, nachdem sie ihre Schlafstörungen behandelt hat

Viele von uns kennen es: Man ist müde, aber kriegt kein Auge zu. Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, das die Lebensqualität stark mindern kann. Sie schaden nicht nur der seelischen Stabilität, sondern können auch die körperliche Gesundheit beeinträchtigen.

Insomnie: ab wann spricht man von einer Schlafstörung?

Fast jeder wälzt sich nachts ab und zu schlaflos im Bett herum – das ist normal und kein Grund zur Sorge.
Von einer Insomnie spricht man, wenn die folgenden Punkte zutreffen:

  • Die Schlafprobleme treten mindestens 3 Nächte pro Woche über einen Zeitraum von mindestens einem Monat auf
  • Die Schlafstörungen führen zu spürbaren Beeinträchtigungen im Alltag, wie Müdigkeit, Leistungsminderung, Konzentrationsschwierigkeiten oder Reizbarkeit

Schlafprobleme können sich auf unterschiedliche Arten und in unterschiedlichen Symptomen äußern:

  • Einschlafprobleme: man braucht sehr lange, um einzuschlafen
  • Durchschlafprobleme: man schläft unruhig und wacht häufig auf oder liegt lange wach
  • Frühes Erwachen: man wacht zu früh auf und kann nicht wieder einschlafen

Falls es nach dem Zubettgehen noch etwa eine halbe Stunde bis zum Einschlafen dauert, muss man sich keine Gedanken machen. Auch das Schlafbedürfnis ist ganz individuell – während manche Menschen nach 6 Stunden Schlaf erholt aufwachen, brauchen andere bis zu 10 Stunden Schlaf.

Wie werden Störungen beim Schlafen diagnostiziert?

Um Einzelheiten und den Charakter der Schlafstörung einordnen zu können, ist eine Erfassung der Krankengeschichte ein erster wichtiger Anhaltspunkt. Betroffene sollten ihr Schlafverhalten außerdem genau beobachten, zum Beispiel in Form eines Schlaftagebuches, um Ansätze für die ärztliche Diagnose und Ursachensuche zu liefern.

Um körperliche und psychische Ursachen auszuschließen, können weitere Untersuchungen nötig sein. So zeigt es sich, ob es sich um eine reine Schlafstörung (primäre Schlafstörung) oder eine Schlafstörung in Folge einer Grunderkrankung (sekundäre Schlafstörung) handelt.

Vor allem bei komplexen und länger andauernden Schlafstörungen ist eine Untersuchung im Schlaflabor notwendig, welche eine sehr detaillierte Analyse der Schlafstruktur, Schlafstadien, nächtlichen Bewegungen und nächtlichen Atmung ermöglicht.

Ursachen von Schlafproblemen

Die Ursachen von Schlafstörungen sind vielschichtig. Man unterscheidet prädisponierende Faktoren, auslösende Faktoren und aufrechterhaltende Faktoren. Die prädisponierenden Faktoren machen einen anfälliger für Schlafprobleme, dazu zählen zum Beispiel genetische Faktoren, Persönlichkeitsmerkmale wie Perfektionismus oder medizinische und psychische Vorerkrankungen wie Asthma oder Angststörungen. Auslösende Faktoren sind kurzfristige Ereignisse oder Veränderungen, die eine Schlafstörung erstmals hervorrufen oder eine bereits bestehende Schlafstörung verschlimmern können, beispielsweise Stress, andauernde Sorgen oder belastende Ereignisse. Zu den aufrechterhaltenden Faktoren zählen Verhaltensweisen, die dazu beitragen, dass eine Schlafstörung erhalten bleibt, zum Beispiel Schlafen bis in den Vormittag hinein.

Folgende Umstände können eine Ein- und Durchschlafstörung begünstigen, auslösen oder verschlimmern:

  • Stress oder Sorgen
  • Koffein, Alkohol oder Drogen
  • körperliche Erkrankungen (z.B. chronische Schmerzen, Schlaganfall oder Herzerkrankungen)
  • Seelische Erkrankungen (z.B. Depressionen oder Angststörungen)
  • Bestimmte Medikamente (z.B. Antidepressiva, Blutdruck- oder Asthmamittel)
  • Nächtliche Atemstillstände (Schlafapnoe)
  • Unruhe in den Beinen (Restless-Legs-Syndrom)
  • Schlafunterbrechungen (z.B. Schlafwandeln oder Albträume)
  • Ungünstige Schlafumgebung (Lärm, Lichtverhältnisse, Umgebungstemperatur, etc.)
  • Ungünstige Schlafgewohnheiten (z.B. unregelmäßige Schlafenszeiten, Schichtarbeit, zu voller Magen und ähnliches)
  • Zähneknirschen (Bruxismus)
  • Erbliche Veranlagungen
  • Persönlichkeitseigenschaften (z.B. Perfektionismus)

Je nach Ursache, äußern sich die Schlafprobleme ganz unterschiedlich. Bei Patienten mit Depressionen ist beispielsweise ein Erwachen in den frühen Morgenstunden typisch. Bei Angststörungen ist besonders das Einschlafen gestört, der Missbrauch von Alkohol und Drogen führt hingegen oft zu schweren Durchschlafstörungen und vermindert die Erholsamkeit des Schlafes.

Auswirkungen und Folgen von Schlafstörungen

Schlafstörungen können sich erheblich auf die Lebensqualität der Betroffenen auswirken. Die erhöhte Tagesmüdigkeit führt nicht nur zu einer geringeren Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, sondern häufig auch zu Stimmungsschwankungen, Überforderungsgefühlen bis hin zu depressiven Verstimmungen – Probleme am Arbeitsplatz, in der Partnerschaft oder Familie können die Folge sein.

Die Müdigkeit am Tag führt weiterhin zu einer erhöhten Unfallgefahr, beispielsweise durch Sekundenschlaf am Steuer, was die Ursache für jeden vierten Autounfall in Deutschland ist. Auch die Arbeit mit gefährlichen Maschinen wird zu einer Herausforderung und über 18.000 Arbeitsunfälle pro Jahr sind nachweislich auf Schlafstörungen zurückzuführen.

Wer nicht ausreichend schläft, hat langfristig auch ein höheres Risiko für Bluthochdruck, einen Herzinfarkt oder Herzversagen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse legen zudem nahe, dass Schlafmangel zu einem Nachlassen der Gedächtnisfunktion führt und den Zucker- und Fettstoffwechsel beeinflussen kann.

Nicht selten entsteht ein Teufelskreis, aus dem Betroffene nur schwer alleine herauskommen. Es ist deshalb wichtig, Schlafstörungen rechtzeitig zu behandeln, anstatt sie zu ertragen.

Behandlungsmöglichkeiten der Insomnie

Die Behandlung von Schlafstörungen sollte sich in erster Linie nach ihrer Ursache richten. Am einfachsten ist die Therapie beispielsweise, wenn der Schlaf durch Umgebungseinflüsse gestört wird, die man beseitigen kann, wie störende Lichtquellen oder Geräusche.

Folgende Verhaltensweisen können einen gesunden Schlaf fördern (Schlafhygiene):

  1. Schlafumgebung optimieren:
    Bequemes Bett, abgedunkelter und ruhiger Raum, eher kühle Temperatur, ausreichend frische Luft
  2. Ernährung anpassen:
    Möglichst leichte Mahlzeiten am Abend
  3. Stimulantien und Alkohol meiden:
    Koffein, Nikotin und Alkohol mit ausreichend Abstand zur Schlafenszeit konsumieren
  4. Sport treiben:
    Regelmäßige körperliche Aktivität fördert den Schlaf (Ausnahme: ungewohnte Belastung kurz vor dem Schlafengehen)
  5. Stress aktiv bearbeiten:
    Bewusster Umgang mit Problemen, fester Wille zur Problemlösung, ggf. mithilfe professioneller Unterstützung
  6. Wach liegen im Bett vermeiden (Stimuluskontrolle):
    a. Aufstehen, wenn man merkt, dass man nicht schlafen kann
    b. Erst schlafen gehen, wenn man wirklich müde und schläfrig ist
    c. Nicht außerhalb des Bettes schlafen (z.B. Einnicken vor dem Fernseher)
    d. Ggf. morgens immer zur selben Zeit aufstehen
  7. Nachts nicht auf die Uhr sehen:
    Zeitdruck führt zu Anspannung, welche die Schlafstörung verstärken kann
  8. Entspannung fördern:
    Entspannungsübungen, Fantasiereisen, Meditation oder auch generell wohltuende Tätigkeiten mehrmals die Woche ausüben, am besten täglich
  9. Helles Licht und Bildschirme meiden:
    Licht als Wachmacher, insbesondere „blaues Licht“ welches von Bildschirmen und Smartphones ausgeht ca. eine Stunde vor dem Schlafengehen meiden
  10. Zubettgeh-Routine:
    Eine Reihe regelmäßiger, in der gleichen Reihenfolge ausgeführter Handlungen kann helfen, den Körper auf das Schlafen einzustimmen

Kognitive Verhaltenstherapie

Bei hartnäckigen Schlafstörungen im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen oder bei primärer Insomnie ist die kognitive Verhaltenstherapie eine Methode, die Schlafstörungen langfristig in den Griff zu bekommen.
Diese wird typischerweise wöchentlich über 2-3 Monate in kleinen Gruppen von 4-8 Personen durchgeführt und umfasst, neben allgemeinem Wissen über Schlaf, die Identifizierung individueller schlafbezogener Probleme, das Wiedererlernen richtigen Schlafverhaltens und das Durchbrechen negativer Denkschleifen.

Medikamente

Zur Kurzzeitbehandlung von Schlafstörungen können Schlaftabletten HEUMANN angewandt werden. Hierbei handelt es sich um ein Schlafmittel aus der Gruppe der Antihistaminika mit dem bewährten Wirkstoff Diphenhydraminhydrochlorid.

Schlaftabletten-Heumann - 50 mg Tabletten
  • Besser einschlafen, erholt aufwachen
  • Zur Kurzzeitbehandlung von Schlaflosigkeit
  • Einnahme 30 Minuten vor dem Schlafengehen
  • Erleichterte Einnahme durch teilbare Tablette

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Schlaftabletten HEUMANN einnehmen. Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn Sie unter eingeschränkter Leberfunktion, chronischen Lungenerkrankungen oder Asthma leiden.