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Husten: Ursachen und Hilfe

Besonders in den Wintermonaten tritt er häufig auf: Husten ist lästig und führt oft zu starken Einschränkungen des Wohlbefindens. Ob akut oder chronisch – es gibt viele Arten und Auslöser für einen Hustenreiz. Da sich auch hinter einem „einfachen“ Husten schwerwiegende Krankheiten verbergen oder entwickeln können, sollte Husten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Was ist Husten?

Unsere Atemwege dienen in erster Linie der Aufnahme von Sauerstoff aus der Atemluft sowie der Abgabe von Abfallstoffen, die bei der Verwertung von Nährstoffen anfallen. Mit der Luft, die wir einatmen, können jedoch auch Fremdkörper und Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren über den Hals und die Bronchien in unsere Lunge gelangen. Unser Körper hat glücklicherweise Mechanismen, mit denen er die Atemwege reinigen kann. Sogenannte Flimmerhärchen transportieren Fremdkörper und Krankheitserreger unbemerkt, aber sehr effektiv über die Schleimhäute zum Mund und zur Nase, wo sie den Körper verlassen oder heruntergeschluckt werden.

Bei Husten handelt es sich um einen Schutzmechanismus, der durch eine Reizung der Atemwege - also Rachen, Bronchien und Lunge - ausgelöst wird. So verursacht eine stärkere Reizung der Atemwege einen Hustenreiz.

Es gibt verschiedene Arten, wie der Hustenreiz entsteht:

  • mechanische Reizung, etwa durch übermäßige Schleimbildung oder durch die Bildung eines zu zähen Sekretes
  • eingeatmete Fremdkörper - insbesondere bei Kindern
  • entzündliche Erkrankungen
  • chemische Reize durch Luftschadstoffe oder durch Tabakrauch

Allerdings können auch Organreize außerhalb der Lunge den Husten auslösen, wie Reize am Gehörgang, am Magen-Darm-Trakt, an der Gallenblase, an den Nieren oder am Herzen.

Die Aufgabe des Hustens ist es, die Atmungsorgane von übermäßigem Schleim und von Fremdkörpern zu reinigen.

Ursachen und Auslöser von Husten

Husten ist eine Begleiterscheinung für eine Vielzahl von Erkrankungen. Neben akuten Infektionen können unterschiedliche Lungenerkrankungen wie Keuchhusten, Asthma und Bronchitis, aber auch Krankheiten an anderen Organen zu Husten führen. Bei diesen Grunderkrankungen hält der Husten oft über einen langen Zeitraum an und wird chronisch. Gerade dieser chronische Husten sollte als Zeichen für ernstere Grunderkrankungen wahrgenommen werden, deren Behandlung in die Hand eines Arztes gehört.

Außerdem können allergische Reaktionen auf vielerlei Schadstoffe, Chemikalien, Pollen oder Tabakrauch starke Hustenanfälle auslösen und in schweren Fällen sogar zu Asthma führen.

Husten bei Erkältungskrankheiten

Besonders in den kalten Jahreszeiten ist die körpereigene Abwehr geschwächt und es entstehen akute Erkältungskrankheiten, die die Funktionen und Reinigungsmechanismen unseres Atmungssystems beeinträchtigen.

Tritt Husten im Rahmen einer Erkältungskrankheit auf, dann ist die Rede von einem akuten Husten. Meistens bestehen neben dem Husten noch zusätzliche Beschwerden wie Schnupfen oder Halsschmerzen. Zu Beginn einer Erkältungskrankheit kann der Husten den Hals reizen. Dieser Husten ist meist trocken. Im Krankheitsverlauf bildet sich dann als Folge der bestehenden Entzündung ein zäher Schleim in den Bronchien, der die Luftwege verengt und die Atmung behindert. In besonders schlimmen Fällen kann sich die Entzündung des Gewebes bis in die Lunge ausdehnen und in rasselnden Atemgeräuschen äußern.

Erkältungskrankheiten sind meistens durch Viren hervorgerufene Infektionen. Jedoch stellt der Schleim in den Atemwegen einen fruchtbaren Nährboden auch für Bakterien dar. Bestehen bereits Infektionen durch Viren, ist das Immunsystem beansprucht und geschwächt und Körper nicht mehr so gut in der Lage, andere Krankheitserreger abzuwehren. Als Folge können sich bakterielle Infektionen ausbreiten, was sich an einem eitrig gelblich-grünen Auswurf sichtbar macht.

Da die Gefahr besteht, dass die Infektion weitere, tiefer gelegene Teile der Atemwege erreicht, sollte in diesem Fall immer ein Arzt aufgesucht werden. Ein Übergreifen auf die Lungenkanälchen kann zu einer eitrigen Bronchitis führen, in schweren Fällen sogar zu einer Lungenentzündung, was es zu verhindern gilt.

Reizhusten

Tritt bei einem über längere Zeit bestehenden Husten kaum Schleim auf, spricht man in der Regel von einem Reizhusten oder "trockenem Husten", welcher durch Entzündungen an der Schleimhaut der Atemwege hervorgerufen wird. Oft kommt es zu mehreren kurzen Hustenstößen hintereinander, die sich durch quälende und schmerzhafte Beschwerden äußern.

Der trockene Husten plagt Betroffene vor allem nachts und hat keinen gesundheitsfördernden oder reinigenden Effekt, da durch ihn kein virenhaltiges Sekret abtransportiert wird.

Raucherhusten

Mit dem Inhalieren von Rauch gelangen Schadstoffe in die Atemwege. Da bei Rauchern die Flimmerhärchen, die für den Abtransport dieser Schadstoffe verantwortlich sind, geschädigt sind, probiert der Körper den festsitzenden Schleim abzuhusten. Der sogenannte Raucherhusten ist meist trocken, chronisch und am Morgen am stärksten. Mit zunehmender Dauer der Symptome verändert sich die Farbe des abgehusteten Schleimes von klar zu bräunlich.

Husten durch Sodbrennen

Auch Sodbrennen kommt als Auslöser von Husten infrage. Bei der sogenannten Refluxkrankheit steigt Magensäure in die Speiseröhre auf und reizt die Atemwege, was sehr häufig zu Husten und Heiserkeit führt. In manchen Fällen ist der Husten sogar das einzige Symptom von Reflux. Da sich aus länger andauerndem Sodbrennen ein chronischer Husten entwickeln kann, sollten auch hier frühzeitig Maßnahmen ergriffen werden.

Weitere Ursachen von Husten

Husten tritt nicht nur im Rahmen von Erkrankungen und Reizungen durch Schadstoffe oder Fremdkörper auf, sondern kann auch als Nebenwirkung von Medikamenten oder durch psychische Ursachen auftreten.

Ist Letzteres der Fall, spricht man von psychogenem Husten oder einer somatoformen Störung - einer körperlichen Störungen, bei der sich keine körperlichen Ursachen finden lassen. Psychisch bedingter Husten kommt erst in Betracht, wenn jegliche Organ-Ursache ausgeschlossen ist. Er kann sich zum Beispiel durch ein ständiges Hüsteln oder einen Räusperzwang äußern, kommt jedoch eher selten vor.

Steht ein Arzneimittel als möglicher Hustenauslöser im Verdacht, sollte ein Arzt oder Apotheker um Rat gefragt werden. Die Therapie sollte nie eigenständig beendet oder verändert werden, sondern wenn, dann im gemeinsamen Einverständnis.

Behandlung von Husten

Aufgrund der beschriebenen verschiedensten Ursachen sowie der unterschiedlichen Arten des Hustens ist der Einsatz des geeigneten Hustenmittels von außerordentlicher Bedeutung. Trockener Reizhusten oder Husten bei Erkältungskrankheiten mit starker Schleimbildung erfordern jeweils besondere Behandlungsmethoden.

Zur Behandlung des Hustens stehen prinzipiell zwei Wirkstoffgruppen zur Verfügung:

  • zur Unterdrückung des Hustenreizes:
    hustenstillende Mittel, sogenannte Hustenblocker oder Antitussiva
  • zum Schleimlösen und zur Auswurfförderung:
    Mittel gegen Husten mit Schleimbildung, sogenannte Hustenlöser oder Expektorantien

Hustenlöser bei festsitzendem Schleim

Sind die Atemwege von zähem, festsitzendem Schleim blockiert, ist dies nicht nur schmerzhaft, sondern auch eine gute Grundlage für die Ansammlung von Bakterien. Hier helfen Hustenlöser. Indem Sie den Schleim aufweichen und verflüssigen, fällt das Abhusten leichter und die Ausbreitung von bakteriellen Krankheitserregern wird verhindert.

Ein gängiger Wirkstoff zur Schleimlösung und Auswurfförderung ist Ambroxolhydrochlorid, welcher in Ambroxol 75 retard Heumann und Amboxol 30 Heumann enthalten ist. Durch das erleichterte Abhusten von zähem Schleim wird für eine spürbare Linderung der Atembeschwerden gesorgt – sowohl bei akuten als auch bei chronischen Erkrankungen der Bronchien. Ambroxol 30 Heumann wird 2-3-mal täglich eingenommen und kann schon Kindern ab 6 Jahren gegeben werden. Für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren gibt es eine besonders komfortable retardierte Form - Ambroxol 75 retard Heumann. Durch die verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs hält die Wirkung ganze 24 Stunden an.

Hustenblocker bei trockenem Husten

Hustenblocker, auch Antitussiva oder Hustenstiller genannt, finden ihre Anwendung bei trockenem Husten ohne Auswurf. Durch die beruhigende Wirkung auf den Hustenreiz kann sich die gereizte Schleimhaut erholen. Eine Einnahme am Abend kann zudem das Durchschlafen in sonst hustenreichen Nächten erleichtern.

Hustenstillende Wirkstoffe sind beispielsweise Codein, Dihydrocodein, Pentoxyverin oder Dextromethorphan - unterstützend wirken wärmende Kompressen. Da Hustenblocker Abhängigkeit und Konzentrationsschwäche verursachen können, sollten Sie mit Vorsicht und in Maßen eingenommen werden. Bei produktivem Husten ist die Einnahme von Hustenblockern sogar schädlich, da hier der Husten zur Beförderung des Schleimes aus den Atemwegen benötigt wird.

Husten behandeln - Selbstmedikation oder Arzt?

Die Behandlung des Hustens ohne Hinzuziehen eines Arztes ist bei leichten Erkrankungen wie den alljährlichen Erkältungen möglich. Allerdings gibt es ebenso Krankheitszeichen, bei denen von der Selbstbehandlung abgeraten werden muss.

Folgende Symptome machen bei Husten einen Arztbesuch notwendig:

  • von Fieber begleitete Hustenanfälle
  • gelblich-grüner, eitriger, möglicherweise sogar blutiger Auswurf
  • beschleunigtes, mühsames Atmen
  • Rassel- oder Pfeifgeräusche beim Atmen
  • Langanhaltender Husten (über eine Woche)
  • Husten in der Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Husten bei Kindern unter sieben Jahren

Dem Arzt stehen eine große Anzahl verschiedener Untersuchungsmöglichkeiten und Arzneimittel zur Verfügung, mit denen er - je nach zugrunde liegender Krankheit - behandeln kann.

Eine Selbstmedikation kann angewandt werden, wenn es sich um akute Erkältungskrankheiten handelt oder wenn die Ursache des Hustens bekannt und eine Selbstmedikation vertretbar ist, z. B. bei allergischen Erkrankungen.

Die Selbstbehandlung ist grundsätzlich möglich bei:

  • akutem Auftreten ohne Fieber
  • wenn die Erkrankung mit Schnupfen oder Halsschmerzen beginnt und dann später ein Husten hinzukommt
  • wenn der Auswurf klar ist

Eine Besserung der Symptome sollte bei der Selbstbehandlung spätestens nach vier Tagen einsetzen.