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Erkältung oder Allergie? Wenn die Unterscheidung schwerfällt

Jucken in der Nase? Kratzen im Hals? Müde und abgeschlagen? Die Symptome einer Erkältung und einer Allergie ähneln sich häufig. Die Therapie der beiden Krankheitsbilder ist hingegen verschieden und gerade eine nicht behandelte Allergie kann die Gesundheit auf lange Sicht beeinträchtigen. Umso wichtiger ist es, zwischen einer normalen Erkältung und einem allergischen Schnupfen unterscheiden zu können. Die folgenden Kriterien sollen Ihnen die Abgrenzung erleichtern.

Unterscheidung nach Jahreszeit und Regelmäßigkeit

Es gibt über 200 Rhinoviren, die Erkältungen auslösen können. Das Risiko, sich gerade in der kalten Jahres- oder Übergangszeit einen Erkältungsschnupfen einzufangen, ist daher normal hoch.

Wenn der Schnupfen aber unabhängig von der allgemeinen Erkältungswelle und im Zusammenhang mit der Blüte bestimmter Pflanzen auftritt, empfiehlt es sich mit dem Arzt abzuklären, ob es sich um eine Allergie handelt. Ein allergischer Schnupfen kann auch ständig vorhanden sein, beispielsweise wenn es sich um eine Reaktion auf Hausstaubmilben handelt.

Symptome und Dauer einer Erkältung bzw. Allergie

Die typischen Anzeichen einer Erkältung sind zunächst wässriger Schnupfen sowie vermehrter Niesreiz. Hinzu kommen häufig Symptome wie Halskratzen, leichte Schluckbeschwerden, Kopfschmerzen, Husten, erhöhte Temperatur bis hin zu Fieber sowie allgemeine Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Unwohlsein und Frösteln. Die Symptome treten schleichend ein. Im Verlauf einer zunächst unkomplizierten Erkältung kann es zu zusätzlichen bakteriellen Infektionen kommen, die eine ärztliche Behandlung erfordern. Der Verlauf einer einfachen Erkältung dauert circa eine Woche. Oft gehen die Beschwerden nach drei bis vier Tagen schon zurück.

Eine allergische Reaktion hingegen, setzt oft plötzlich, stark und ohne Vorwarnung ein.  Die klassischen Anzeichen einer Pollen- oder Hausstaubmilben-Allergie sind gerötete, geschwollene und tränende Augen und ein damit einhergehendes Brennen oder Jucken. Der Juckreiz kann nicht nur die Augen betreffen, sondern auch in Nase, Mund, Gaumen und Rachenraum auftreten. Auch Hautreaktionen können ein Hinweis auf Heuschnupfen sein. Vor allem bestehende Hauterkrankungen wie zum Beispiel Neurodermitis und Urtikaria können sich bei hoher Allergiebelastung verschlimmern. Die Symptome halten in der Regel deutlich länger an, als bei einer Erkältung und dauern im Extremfall eine ganze Pollensaison.

Unterschiedliche Farbe und Konsistenz des Nasensekrets

Hier ist die Unterscheidung zwischen einem typischen Fließschnupfen und einer verstopften Nase wichtig. Ein allergischer Schnupfen äußert sich meistens durch letzteres. Betroffene klagen über eine ständig verstopfte Nase. Zudem gibt es Unterschiede im Nasensekret: Während es bei einem fortgeschrittenen Schnupfen durch eine bakterielle Infektion gelbgrünlich gefärbt ist, bleibt das Nasensekret beim allergischen Schnupfen auch nach längerer Zeit in der Regel klar und wässrig.

Wetter und Ortsabhängigkeit des allergischen Schnupfens

Während ein Erkältungsschnupfen weder vom Wetter noch vom Aufenthaltsort abhängt, wird eine Allergie dadurch beeinflusst. Vor allem Betroffene einer Pollenallergie nehmen eine Verstärkung der Symptome im Freien und in der Natur wahr. Bei Ortswechsel können anfallsartige Niesattacken auftreten, bei einer Erkältung sind diese eher punktuell und ortsunabhängig.
Dahinter steckt der sogenannte Pollenflug. Er hängt von Faktoren wie Temperatur, Wind und Niederschlag ab:

  • Temperatur: Pflanzen fangen nur bei bestimmten Temperaturen das Blühen an
  • Wind: Die Pollen werden durch starken Wind mehr und weiter verbreitet
  • Niederschlag: Ein großer Teil der Pollen wird bei Regen aus der Luft gewaschen und direkt zu Boden transportiert

Kälte, langanhaltender Regen und Wind führen folglich zu einem Abflachen der Symptome eines Heuschnupfens.

Familiäre Häufung und Prävalenzeinschätzung

Sowohl Erkältungen als auch Allergien können in jedem Alter auftreten. Voraussetzung einer Erkältung ist der Kontakt mit Viren, während bei einer Allergie die Abwehrreaktion den Kontakt mit dem Allergen voraussetzt. Das Immunsystem springt allerdings meist erst nach mehrmaligem Kontakt mit dem Allergen an und ruft durch eine überschießende Reaktion die typischen Beschwerden hervor. Allergien treten zudem familiär gehäuft auf. Liegt bei Familienmitgliedern bereits eine Allergie vor, besteht möglicherweise eine vererbbare Anfälligkeit. Die Möglichkeit, dass dieselbe Allergie vorliegt, sollte daher in Betracht gezogen werden.

Allergietest zur Abgrenzung

Falls die Symptome auch nach Monaten nicht zurückgehen, kann ein Allergietest Gewissheit bringen. Um die genaue Allergiediagnose zustellen und die auslösenden Allergene zu identifizieren, kann der Arzt verschiedene Hauttests oder Blutuntersuchungen durchführen. Am häufigsten wird der sogenannte Pricktest angewendet. Dafür werden allergenhaltige Lösungen auf die Haut getröpfelt und leicht eingestochen bzw. geritzt. So gelangen die Allergenextrakte in die Oberhaut und lösen im Fall einer Allergie an der entsprechenden Stelle eine Hautreaktion aus. Sollte der Pricktest keinen Aufschluss geben, können über Bluttests die Allergieauslöser identifiziert werden.

Unterschiedliche Therapie von Allergie und Erkältung

Eine akute Erkältung ist häufig und lästig, jedoch keine schwerwiegende Erkrankung. Deswegen versuchen viele Patienten mit Medikamenten die Symptome und Beschwerden selbst zu lindern. Medikamente wie Ambroxol, Nasenspray, Paracetamol oder Ibuprofen können zu einer Linderung der Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber, sowie Kopf- und Gliederschmerzen verhelfen. Auch zusätzliche Inhalationen und Nasenduschen sind ein beliebtes Mittel gegen Erkältung und können den Genesungsprozess fördern.

Zur Standard-Therapie bei allergischen Beschwerden gehören sogenannte Antihistaminika, wie Loratadin und Cetirizin. Cetirizin Heumann und Loratadin Heumann können bei chronischem allergischem Schnupfen, Heuschnupfen und chronischer Nesselsucht eingesetzt werden. Dank der Eindämmung der allergischen Reaktion des Körpers reduzieren sie Jucken und Brennen und schwellen Schleimhäute ab. Die beiden rezeptfreien Arzneimittel sind bereits für Kinder ab 6 Jahren geeignet und müssen nur einmal täglich eingenommen werden.

Mit Desloratadin Heumann steht auch ein Antihistaminikum der neuen Generation rezeptfrei zur Verfügung. Während die sogenannte Prodrug Loratadin erst durch Verstoffwechselung in der Leber zum aktiven Wirkstoff Desloratadin umgewandelt wird, steht Desloratadin bereits als aktiver Metabolit zur Verfügung und muss nicht erst gebildet werden. Dies ermöglicht nicht nur eine Reduzierung des Wirkstoffs auf 5 mg, sondern führt auch zu einem schnelleren Wirkeintritt. Desloratadin Heumann ist lactose- und glutenfrei und für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet.

Da sich unbehandelte Allergien verschlimmern oder gar ausweiten können, sollte mit der Therapie rechtzeitig begonnen werden. Durch die Behandlung werden nicht nur die akuten Symptome gelindert, sondern auch das Risiko eines sogenannten Etagenwechsels gemindert. Die Entzündungen weiten sich dann von den oberen Atemwegen (Nase) in die unteren Atemwege (Bronchien) aus, bis hin zu einem allergischen Asthma.